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SF32LB57x Hardware-Design-Leitfaden — PCB-Layout-Richtlinien

Teil des SF32LB57x Hardware-Design-Leitfadens

Diese Seite behandelt die PCB-Layout-Richtlinien aus Abschnitt 6. Zurück zu Speicher und Fertigung oder weiter zur Design-Review-Checkliste und den Referenzen.

6. PCB-Layout-Richtlinien

6.1. Lagenaufbau

Der SF32LB57x ist in den Gehäusen QFN68L (7 x 7 mm, 68 Pins, 0,35-mm-Raster) und QFN80L (8 x 8 mm, 80 Pins, 0,35-mm-Raster) erhältlich. Für QFN-Designs reicht in der Regel eine 4-lagige PTH-Leiterplatte aus. Bauteile können auf einer oder beiden Seiten platziert werden (zum Beispiel Kondensatoren auf der Leiterplattenrückseite). Das BGA112-Gehäuse misst 5,4 x 4,4 mm und hat 112 Lötkugeln (Balls) mit 0,4-mm-Raster. BGA-Designs benötigen üblicherweise mindestens 4 Lagen; je nach Schwierigkeit der Ausfächerung kann ein HDI-Aufbau erster Ordnung mit Blind- und Buried-Vias eingesetzt werden. Auch hier ist eine ein- oder beidseitige Bauteilplatzierung möglich.

Ein guter Lagenaufbau bietet:

  • Platz für kritische Bauteile und kurze Leitungswege auf der obersten Lage.
  • Eine durchgehende innere Massefläche.
  • Niederohmige Stromverteilung.
  • Durchgehende Referenzmasse für Hochgeschwindigkeits-, RF-, Quarz-, Audio- und Analogleitungen.

Die Referenz-Lagenaufbauten geben folgende Materialien und Gesamtdickenbereiche an. Den endgültigen Lagenaufbau und die Toleranz der fertigen Leiterplattendicke mit dem Leiterplattenhersteller abstimmen.

Tabelle 6.1-1: Materialien und Dicken der QFN-Referenzaufbauten
Referenzaufbau Kern Prepreg Gesamtdickenbereich
QFN, 1,6 mm 1,1-mm-H/HOZ-Kupferkern 7628 RC49 %, Materialangabe 8,6 mil; Dickenangabe 8,28 mil (0,2104 mm) 1,43–1,74 mm
QFN, 0,8 mm 0,25-mm-H/HOZ-Kern ohne Kupfer 7628 RC49 %, Materialangabe 8,6 mil; Dickenangabe 8,28 mil (0,2104 mm) 0,67–0,87 mm

Quellkonflikt: QFN-Prepregbezeichnung und Dickenangabe

Die QFN-Referenzaufbauabbildungen 3-1-2-1 und 3-1-2-2 des originalen PCB-Leitfadens, hier in Tabelle 6.1-1 übertragen, bezeichnen das Prepreg mit 7628 RC49%, 8.6 mil; in der Dicken-Spalte stehen dagegen 8.28 mil (0.2104 mm). Die Quelle erklärt weder die Abweichung noch, welcher Wert für die Fertigung maßgeblich ist. Ohne Bestätigung durch SiFli weder einen der Werte auswählen noch in einem freigegebenen Lagenaufbau den einen durch den anderen ersetzen.

Tabelle 6.1-2: Materialien und Dicken der BGA-Referenzaufbauten
Referenzaufbau Kern Prepreg Gesamtdickenbereich
BGA, 1,6 mm 1,3-mm-H/HOZ-Kupferkern 1080 RC67 %, Materialangabe 3,3 mil; Dickenangabe 3,01 mil (0,0764 mm) 1,37–1,67 mm
BGA, 0,8 mm 0,55-mm-H/H-Kern ohne Kupfer 1080 RC67 %, Materialangabe 3,3 mil; Dickenangabe 3,01 mil (0,0764 mm) 0,70–0,90 mm

Quellkonflikt: BGA-Prepregbezeichnung und Dickenangabe

Die BGA-Referenzaufbauabbildungen 3-1-2-3 und 3-1-2-4 des originalen PCB-Leitfadens, hier in Tabelle 6.1-2 übertragen, bezeichnen das Prepreg mit 1080 RC67%, 3.3 mil; in der Dicken-Spalte stehen dagegen 3.01 mil (0.0764 mm). Die Quelle erklärt weder die Abweichung noch, welcher Wert für die Fertigung maßgeblich ist. Ohne Bestätigung durch SiFli weder einen der Werte auswählen noch in einem freigegebenen Lagenaufbau den einen durch den anderen ersetzen.

Alle vier Referenzaufbauten verwenden 1 oz Kupfer auf L1/L4 (1,38 mil; 0,0350 mm) sowie jeweils 0,60 mil (0,0152 mm) Kupfer auf beiden Seiten von L2/L3.

Für ein 4-lagiges QFN-Design wird folgende Lagenzuordnung empfohlen: Lage 1 (oben) mit durchgehender Massefläche, Bauteilplatzierung und Signalführung; Lage 2 als durchgehende Massefläche ohne Signale, damit die Referenzmasse intakt bleibt; Lage 3 als Versorgungsfläche, die nach Versorgungsdomänen aufgeteilt werden und zusätzlich Signale führen kann; Lage 4 (unten) mit durchgehender Massefläche und Signalführung.

6.2. Kurzreferenz kritischer PCB-Randbedingungen

Tabelle 6.2-1: Kurzreferenz kritischer PCB-Randbedingungen
Element Randbedingung / Quellenhinweis Hinweise
VBUS / VBAT Leiterbahnbreite >= 0,4 mm (ca. 16 mil) Lade- und Akkupfade führen höhere Ströme; kurz und breit halten, entfernt von empfindlichen Leitungen.
VCC / PVDD Widersprüchliche Quellenwerte: PCB-Leitfaden, Abschnitt 3.2.1, fordert >= 0,4 mm; Selbstprüftabelle 4-2-1-1, Punkt 44 (akkubetriebene Varianten), fordert VCC >= 12 mil, während Punkt 47 (3,3-V-Varianten) mit PVDD überschrieben ist, im Prüfdetail aber VCC >= 12 mil fordert. Mit SiFli die Zielversorgung, den Variantenumfang und die geltende Breite klären; nicht allein anhand dieser Angaben auswählen.
VDD33_VOUT1 / VDD33_VOUT2 Leiterbahnbreite >= 10 mil Nur bei akkubetriebenen Varianten; Softstart-Strombegrenzung, Einschaltstrom und zulässige Last prüfen.
BUCK_LX / BUCK_FB BUCK_LX: >= 10 mil; BUCK_FB: > 0,25 mm BUCK_LX kurz und breit führen; Platzierung und Kupfer-Freihaltebereich siehe Abschnitt 6.3.
AVDD_BRF / AVDD33_AUD Leiterbahnbreite >= 8 mil Analog-/RF-/Audioversorgungen sollten kurz, sauber und separat gefiltert sein.
USB DP/DN 90-Ω-Differenzpaar Zuerst durch ESD routen, Stubs vermeiden und Referenzmasse durchgehend halten.
RF-Antennenleitung 50 Ω unsymmetrisch Oberste Lage bevorzugen, Durchkontaktierungen minimieren sowie durchgehende Referenzmasse und Abschirmung mit Masse-Durchkontaktierungen vorsehen.
Massekupferbreite beidseits der RF-Leitung >= 60 mil je Seite Das Massekupfer auf beiden Seiten mit mehreren Durchkontaktierungen an die Hauptmasse anbinden.
48-MHz-Quarzleitungen Etwa 3 mm bis 10 mm Oberste Lage bevorzugen, Masseabschirmung und Kupfer-Freihaltebereich unter dem Quarz vorsehen.
32,768-kHz-Quarzleitungen <= 10 mm Abstand zwischen den Leitungen einhalten, Abschirmung hinzufügen und Störquellen meiden.
Quarzplatzierung >= 1,5 mm vom Chip-Takt-Pin; > 1 mm vom Leiterplattenrand; >= 5 mm zu Wärmequellen im Bereich der PA, des Ladepfads und des PMU Gilt sowohl für den 48-MHz- als auch den 32,768-kHz-Quarz.
MPI-Bus Gesamtlänge <= 20 mm, Längenabweichung innerhalb der Gruppe <= 3 mm Takt-, Daten- und Befehlssignale als Gruppe mit durchgehender Referenzmasse führen.
SDIO-Bus Gesamtlänge <= 50 mm, Längenabweichung innerhalb der Gruppe <= 6 mm CLK, CMD und DATA als Gruppe über durchgehender Referenzmasse führen.
VDDIOA Leiterbahnbreite >= 10 mil Nur 3,3-V-Versorgungsvarianten.

Die PTH- und HDI-Designregelabbildungen zeigen auch beispielhafte Fertigungswerte: Die minimale und empfohlene Leiterbahnbreite beträgt 0,10 mm für PTH und 0,075 mm für HDI, die maximale Breite jeweils 2,54 mm. Die Via-Beispiele zeigen für PTH eine Bohrung von 0,25 mm mit einem Pad von 0,45 mm und für ein HDI-Microvia eine Bohrung von 0,10 mm mit einem Pad von 0,23 mm (das Durchkontaktierungsbeispiel beträgt 0,25 mm/0,45 mm). Diese Werte sind Referenzaufbauten; vor der Freigabe die Fertigungsmöglichkeiten und konkreten Regeln des Leiterplattenherstellers bestätigen.

6.3. Stromversorgungs-Layout

  • Hochstrom-Versorgungspfade kurz und breit halten.
  • Ladepfade von empfindlichen Analog-, RF- und Quarzleitungen fernhalten.
  • Filterkondensatoren für VCC, PVDD, VBUS und VBAT nahe an den Chip-Pins platzieren. Abschnitt 3.2.1 des PCB-Leitfadens nennt für VCC / PVDD mindestens 0,4 mm, während Punkt 47 der Selbstprüftabelle 4-2-1-1 einen widersprüchlichen Wert von 12 mil angibt (Titel PVDD, Prüfdetail VCC); die Leiterbahnbreite keiner der beiden Versorgungen festlegen, bis SiFli die geltende Vorgabe bestätigt hat. Auch die Filterkondensatoren weiterer Ausgänge wie VDD_VOUT1, VDD_VOUT2, VDD_RET, VDD_RTC, VDD18_VOUT, VDD33_VOUT1, VDD33_VOUT2, AVDD33_AUD und AVDD_BRF nahe an den Pins platzieren. Die Leiterbahnbreite dieser Ausgänge nach dem Eingangsstrom dimensionieren und die Pfade kurz und breit halten, um Versorgungswelligkeit zu verringern und die Stabilität zu verbessern.
  • Wenn PVDD, AVDD_BRF, AVDD33 oder AVDD33_AUD dieselbe Versorgung nutzen, die Zweige sternförmig und separat an der Quelle abzweigen; kein gemeinsames vorgelagertes Leiterbahnsegment verwenden.
  • VBUS und VBAT als unabhängige Sternzweige ohne gemeinsam genutzte Pfade führen. Empfindliche Signale nicht parallel zu diesen Ladepfaden verlegen.
  • BUCK-Induktivität und Filterkondensatoren nahe an den Chip-Pins platzieren. BUCK_LX kurz und breit führen; die Leiterbahn zu BUCK_FB breiter als 0,25 mm auslegen. Die Masseanschlüsse der DC/DC-Ausgangskondensatoren mit mehreren Masse-Durchkontaktierungen an die Hauptmassefläche anbinden. Unter der Induktivität auf der obersten Lage kein Kupfer vorsehen, auf der angrenzenden Lage eine durchgehende Referenzfläche erhalten und keine anderen Signale durch den Induktivitätsbereich führen.
  • Kondensatormassen über nahegelegene Durchkontaktierungen an die Hauptmasse anbinden.
  • Für zentrale Analog-/RF-/I/O-Versorgungsschienen bei 3,3-V-Varianten eine sternförmige Leitungsführung verwenden.

Ungeklärte Konflikte bei Versorgungsnetzen in der Quelle

  • Leiterbahnbreite und Netzbezeichnung: Abschnitt 3.2.1 des originalen PCB-Leitfadens verlangt für VCC und PVDD jeweils mindestens 0,4 mm (ca. 15,7 mil). Punkt 44 der Selbstprüftabelle 4-2-1-1 gilt für akkubetriebene Varianten und verlangt für VCC mindestens 12 mil; Punkt 47 gilt für 3,3-V-Varianten, trägt den Titel PVDD, nennt im Prüfdetail jedoch VCC mit mindestens 12 mil. Die Quelle gleicht diese Breitenangaben nicht ab und erklärt nicht, ob bei Punkt 47 der Titel oder das Prüfdetail das Zielnetz bezeichnet. Keinen korrigierten Wert ableiten und keinen Eintrag pauschal auf beide Versorgungsvarianten übertragen; vor der Freigabe mit SiFli Zielnetz, Anwendungsbereich und Breite bestätigen.
  • Ausgangsbezeichnungen: Abschnitt 3.2.1 des originalen PCB-Leitfadens verwendet VDD_VOUT1 / VDD_VOUT2, während die Punkte 45/46 der Selbstprüftabelle 4-2-1-1 und die Kurzreferenztabelle in Abschnitt 6.2 dieser Seite VDD33_VOUT1 / VDD33_VOUT2 verwenden. Die Quelle erklärt nicht, ob die Bezeichnungen Aliasnamen oder unterschiedliche Netze sind. Der Titel von Punkt 46 wiederholt VDD33_VOUT1, im Prüfdetail steht jedoch VDD33_VOUT2. Ohne Bestätigung durch SiFli beim Finalisieren des Designs weder eine Leiterbahnbreite wählen noch Punkt 47 einem Netz zuordnen noch die Varianten der Ausgangsnamen als gleichwertig behandeln.

6.4. Quarz-Layout

  • Unter der RF-Schaltung und dem Hauptchip eine durchgehende Referenzmasse erhalten; die Massefläche nicht aufteilen oder durch Schlitze unterbrechen. Für den Quarzbereich fordert die Quelle zugleich eine durchgehende Referenzmasse und kupferfreie Bereiche unter dem Quarz. Siehe den folgenden Warnhinweis; die Kupfergeometrie dort erst festlegen, wenn SiFli die für den jeweiligen Lagenaufbau geltenden Grenzen bestätigt hat.
  • Quarze mindestens 1,5 mm vom Chip-Taktpin, mehr als 1 mm vom Leiterplattenrand und mindestens 5 mm von Wärmequellen wie PA, Ladung und PMU entfernt platzieren, um temperaturbedingte Frequenzdrift zu begrenzen. Die Quelle nennt mindestens 0,25 mm Kupferabstand auf der Top-Lage um das Gehäuse und verweist für angrenzende Lagen auf das Referenzdesign, erklärt aber nicht das Verhältnis zur kupferfreien Zone unter dem Gehäuse. Die geltenden Grenzen vor Layoutfreigabe mit SiFli bestätigen. Keine hochfrequenten Digitalsignale direkt unter dem Quarz führen; möglichst sämtliche Leitungen dort vermeiden. Magnetische Bauteile wie Leistungsinduktivitäten vom Quarz fernhalten.
  • XI/XO ausschließlich auf der obersten Lage und ohne Lagenwechsel führen. Die Leitungen kurz und symmetrisch halten und beidseitig mit dicht angeordneten Masse-Durchkontaktierungen dreidimensional abschirmen. Lastkondensatoren auf beiden Seiten des Quarzes nahe den quarzseitigen Leitungsenden platzieren und ihre Massepads nahe am Quarz-Massepad anbinden. Stromversorgungs-Durchkontaktierungen von den Quarzleitungen fernhalten.
  • Für den 48-MHz-Quarz Leiterbahnen auf der obersten Lage mit 3 bis 10 mm Länge und 0,1 mm Breite verwenden. Zwischen den parallelen Leitungen 48M_XI und 48M_XO mindestens 0,15 mm Abstand einhalten und dreidimensional mit Masse abschirmen. Abstand zu VBAT, DC/DC und Hochgeschwindigkeitssignalen halten; den Quarzbereich auf der obersten und den angrenzenden Lagen freihalten.
  • Für den 32,768-kHz-Quarz Leiterbahnen auf der obersten Lage mit höchstens 10 mm Länge und 0,1 mm Breite verwenden. Das Routingmodell nennt mindestens 0,15 mm Abstand zwischen parallelen 32K_XI- und 32K_XO-Leitungen; die Selbstprüftabelle verlangt mehr als die doppelte Leiterbahnbreite (>0,2 mm bei 0,1 mm Breite). Den endgültigen Abstand erst festlegen, wenn SiFli die geltende Vorgabe bestätigt hat. Dreidimensional mit Masse abschirmen und den Quarzbereich auf der obersten und den angrenzenden Lagen freihalten.

Ungeklärte Konflikte in den Quarz-Layoutvorgaben der Quelle

  • Masseabschirmung und kupferfreie Bereiche: Abschnitt 3.3 des PCB-Leitfadens verlangt eine durchgehende Referenzmasse im Quarzbereich und eine Kupferfreistellung auf der Top-Lage um den Quarz. Abbildung 3-3-1 (hier als Abbildung 6.9-30 wiedergegeben) nennt mindestens 0,25 mm Abstand um das Gehäuse. Punkt 6 der originalen Selbstprüftabelle 4-3-1 fordert eine vollständige GND-Abschirmung um Quarz und Oszillatorleitungen; Punkt 7 verlangt dagegen unter dem Quarz kupferfreie Bereiche nur auf TOP bei einer 4-lagigen PTH-Leiterplatte und auf TOP sowie Lage 2 bei einer 6-lagigen HDI-Leiterplatte. Die Quelle grenzt Abschirm- und Freistellungsbereich nicht voneinander ab und erklärt nicht, wie die Forderung nach durchgehender Masse auf die für den jeweiligen Lagenaufbau kupferfreien Lagen anzuwenden ist. Dieser Konflikt im Geltungsbereich ist ungelöst; das lagenweise Kupfer- oder Massebild darf nicht abgeleitet werden.
  • Abstand der 32,768-kHz-Leiterbahnen: Abschnitt 3.3 des PCB-Leitfadens und das Routingmodell in Abbildung 3-3-4 (hier als Abbildung 6.9-33 wiedergegeben) verlangen mindestens 0,15 mm zwischen parallelen 32K_XI- und 32K_XO-Leiterbahnen. Punkt 9 der originalen Selbstprüftabelle 4-3-1 verlangt einen Abstand von mehr als der doppelten Basis-Leiterbahnbreite, also mehr als 0,2 mm bei der im Leitfaden genannten Breite von 0,1 mm. Die Mindestabstände widersprechen sich.
  • Geltungsbereich des Gehäuseabstands: Abbildung 3-3-1 (hier als Abbildung 6.9-30 wiedergegeben) fordert auf der TOP-Lage mindestens 0,25 mm Kupferabstand um das Gehäuse. Punkt 7 der Selbstprüftabelle 4-3-1 legt für zwei Lagenaufbauten separat fest, welche Lagen unter dem Quarz kupferfrei bleiben müssen; die Quelle erklärt jedoch nicht, wie der umlaufende 0,25-mm-Abstand zu den Bereichen unter dem Gehäuse oder zu den Routing-Ausschlüssen auf angrenzenden Lagen steht. Diese Konflikte und Unklarheiten zum Geltungsbereich sind in SiFlis Quelldokumentation ungelöst. Vor der Layoutfreigabe die Anforderungen für das konkrete Gehäuse und den Lagenaufbau von SiFli bestätigen lassen; weder einen der Leiterbahnabstände auswählen noch lagenbezogene Masse- oder Kupferfreistellungsgrenzen ableiten.

6.5. RF-Layout

  • Das RF-Anpassnetzwerk nahe am Chip und entfernt von der Antenne platzieren. Den AVDD_BRF-Filterkondensator direkt neben dem Chip-Pin platzieren und seine Masse über eine Durchkontaktierung direkt mit der Hauptmassefläche verbinden.
  • RF-Leiterbahnen kurz halten und so wenige Durchkontaktierungen wie praktikabel verwenden.
  • RF möglichst auf der obersten Lage und ohne Lagenwechsel führen. Sofern anwendbar, wird eine Leiterbahnbreite über 10 mil empfohlen. Eine dreidimensionale Masseabschirmung vorsehen, scharfe und rechte Winkel vermeiden, die Impedanz passend zum Leiterplattenaufbau auf 50 Ω auslegen und beidseitig dicht angeordnete Masse-Durchkontaktierungen als durchgehenden Via-Zaun platzieren.
  • Den Antennenbereich gemäß den Anforderungen des Antennenherstellers und den Vorgaben des Produktdesigns freihalten.
  • Ein Unterschied zwischen der Padbreite eines Anpassbauteils und der Leiterbahnbreite kann eine Impedanzdiskontinuität verursachen. Ein an die Padabmessungen angepasster Kupfer-Ausschnitt in der darunterliegenden Referenzmasse kann die Impedanzkontinuität verbessern.
  • Bei einem IPEX-Antennenstecker das Kupfer auf allen Leiterplattenlagen unter dem Stecker entfernen. PCB-Antennen auf der tatsächlichen Leiterplatte simulieren und abstimmen; ein CLC-Anpassnetzwerk vorsehen und möglichst nahe an der Antenne platzieren.
  • RF von LCD-FPC, USB, SDIO, DC/DC, Quarzen und Ladepfaden fernhalten.

6.6. Analog und Audio

  • Filterkondensatoren für AVDD33_AUD, MIC_BIAS und AUD_VREF direkt an den Chip-Pins platzieren und ihre Masseanschlüsse zuverlässig mit der PCB-Hauptmasse verbinden.
  • Analoge Versorgungsentkopplung nahe am Chip platzieren.
  • Audio-Differenzleitungen längenangepasst routen und RC-Netzwerke nahe am Chip platzieren.
  • Peripheriebauteile am ADCP-Eingang nahe an den Chip-Pins platzieren. Die Leiterbahnen kurz halten, dreidimensional mit Masse abschirmen und von starken Störquellen fernhalten.
  • Peripheriebauteile an den DACP/DACN-Ausgängen nahe an den Chip-Pins platzieren. Jedes P/N-Paar als Differenzpaar möglichst kurz führen und die parasitäre Kapazität auf unter 10 pF begrenzen. Dreidimensionale Masseabschirmung vorsehen und starke Störquellen meiden.
  • GPADC-Leiterbahnen mit Masse abschirmen und von potenziell störenden Schaltungen wie Akku- und Temperaturmessungen fernhalten.
  • Hochstrom-Rückstrompfade nicht durch den Audiobereich führen.

6.7. Hochgeschwindigkeitsschnittstellen

  • USB DP/DN als 90-Ω-Differenzpaar führen und zuerst durch den ESD-Schutz leiten.
  • MPI-Speichersignale eng gruppiert führen: Gesamtlänge ≤20 mm und Längenunterschied innerhalb der Gruppe ≤3 mm. Takt-, Daten- und Befehlssignale dreidimensional mit Masse abschirmen und eine durchgehende Referenzmasse erhalten.
  • SDIO-Signale kompakt gruppieren: Gesamtlänge ≤50 mm und Längenunterschied innerhalb der Gruppe ≤6 mm. Takt-, Befehls- und Datensignale dreidimensional mit Masse abschirmen.
  • RGB/DPI-, 8080-, EPD- und andere parallele Display-Busse über einer durchgehenden Referenzmasse führen.
  • USB PA35 (USB_DP) und PA36 (USB_DN) vor dem Chip durch ESD-Schutz führen. Eine differenzielle Leitungsführung mit 90 Ω Impedanz und dreidimensionaler Masseabschirmung verwenden; den Masseanschluss des ESD-Bauteils zuverlässig mit der Hauptmasse verbinden.
  • Serienwiderstände auf Hochgeschwindigkeitstakten reservieren, falls EMI-Abstimmung nötig sein könnte.

6.8. EMI, ESD und EOS

  • ESD-Schutz für jede externe Schnittstelle prüfen.
  • Außerhalb des Abschirmblechs keine langen Leitungswege für störende Signale wie Takt und Versorgung auf der Außenlage vorsehen; diese Signale auf Innenlagen führen.
  • ESD-Schutzbauteile direkt neben den zugehörigen Steckerpins platzieren. Das Signal muss zuerst durch das ESD-Schutzbauteil laufen, bevor es nachfolgende Schaltungen erreicht; vor dem Bauteil darf es keine Abzweigung geben. Den Masseanschluss über Durchkontaktierungen direkt mit der Hauptmasse verbinden und kurz sowie breit ausführen.
  • USB, Ladeanschluss, Akkustecker, Tasten, Touch, Display und Herzfrequenzsensor sowie Antenne sind vorrangige Schutzpunkte.
  • Den Testpunkt der USB-Ladeleitung vor dem TVS-Bauteil platzieren. Das TVS-Bauteil des Akkuanschlusses vor der Chip-Schaltung platzieren, sodass das Signal vor dem Chip zuerst durch das TVS läuft.
  • Beim Ladeeingangsschutz OVP, EOS und ESD gemeinsam betrachten.

6.9. PCB-Referenzabbildungen

Die folgenden SF32LB57x-Abbildungen zeigen Gehäuseabmessungen, PCB-Footprints, Lagenaufbauten, Fanout, Leiterbahnführung und Schutzbeschaltungen. Sie dienen als zentrale PCB-Referenzen für neue Designs.

Die QFN80L-Land-Pattern-Referenz nennt für das zentrale freiliegende Pad 5,90 mm, die Gehäusezeichnung dagegen nominal 5,50 mm (5,40–5,60 mm). Sie beschreiben das PCB-Land bzw. das Gehäusepad; die Maße nicht als austauschbar behandeln. Vor der Bibliothekserstellung die genaue Gehäuserevision und den von SiFli empfohlenen Footprint prüfen. Die QFN68L/QFN80L-Schablonenreferenzen verwenden 0,125 mm Schablonendicke und eine angegebene Pastenabdeckung von 60 % auf dem freiliegenden Pad; die Übereinstimmung von Öffnungsmaßen und Abdeckung durch den Schablonenhersteller prüfen lassen.

Die BGA112-Schablonenreferenz verwendet 0,075 mm Dicke und 112 quadratische Öffnungen von 0,18 mm mit Eckradius R0,05 mm.

Abbildung 6.9-1: QFN68L 7 x 7 x 0,9 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-1: QFN68L 7 x 7 x 0,9 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-2: QFN68L 7 x 7 x 1,1 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-2: QFN68L 7 x 7 x 1,1 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-3: QFN68L PCB-Lötflächenmuster

Abbildung 6.9-3: QFN68L PCB-Lötflächenmuster

Abbildung 6.9-4: QFN68L Schablonenöffnung

Abbildung 6.9-4: QFN68L Schablonenöffnung

Abbildung 6.9-5: QFN80L 8 x 8 x 0,9 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-5: QFN80L 8 x 8 x 0,9 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-6: QFN80L 8 x 8 x 1,1 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-6: QFN80L 8 x 8 x 1,1 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-7: QFN80L PCB-Lötflächenmuster

Abbildung 6.9-7: QFN80L PCB-Lötflächenmuster

Abbildung 6.9-8: QFN80L Schablonenöffnung

Abbildung 6.9-8: QFN80L Schablonenöffnung

Abbildung 6.9-9: BGA112 5,4 x 4,4 x 0,98 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-9: BGA112 5,4 x 4,4 x 0,98 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-10: BGA112 5,4 x 4,4 x 1,03 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-10: BGA112 5,4 x 4,4 x 1,03 mm Gehäuseabmessungen

Abbildung 6.9-11: BGA112 PCB-Lötflächenmuster

Abbildung 6.9-11: BGA112 PCB-Lötflächenmuster

Abbildung 6.9-12: BGA112 Schablonenöffnung

Abbildung 6.9-12: BGA112 Schablonenöffnung

Abbildung 6.9-13: QFN 1,6 mm PCB-Lagenaufbau-Referenz

Abbildung 6.9-13: QFN 1,6 mm PCB-Lagenaufbau-Referenz

Abbildung 6.9-14: QFN 0,8 mm PCB-Lagenaufbau-Referenz

Abbildung 6.9-14: QFN 0,8 mm PCB-Lagenaufbau-Referenz

Abbildung 6.9-15: BGA 1,6 mm PCB-Lagenaufbau-Referenz

Abbildung 6.9-15: BGA 1,6 mm PCB-Lagenaufbau-Referenz

Abbildung 6.9-16: BGA 0,8 mm PCB-Lagenaufbau-Referenz

Abbildung 6.9-16: BGA 0,8 mm PCB-Lagenaufbau-Referenz

Abbildung 6.9-17: PTH-PCB-Designregeln

Abbildung 6.9-17: PTH-PCB-Designregeln

Abbildung 6.9-18: PTH-Durchkontaktierungsregeln

Abbildung 6.9-18: PTH-Durchkontaktierungsregeln

Abbildung 6.9-19: HDI-PCB-Designregeln

Abbildung 6.9-19: HDI-PCB-Designregeln

Abbildung 6.9-20: HDI-Durchkontaktierungsregeln

Abbildung 6.9-20: HDI-Durchkontaktierungsregeln

Abbildung 6.9-21: QFN68-Ausfächerungsreferenz auf der obersten Lage

Abbildung 6.9-21: QFN68-Ausfächerungsreferenz auf der obersten Lage

Abbildung 6.9-22: QFN80-Ausfächerungsreferenz auf der obersten Lage

Abbildung 6.9-22: QFN80-Ausfächerungsreferenz auf der obersten Lage

Abbildung 6.9-23: BGA112-Ausfächerungsreferenz

Abbildung 6.9-23: BGA112-Ausfächerungsreferenz

Abbildung 6.9-24: QFN VCC-Versorgungsführung

Abbildung 6.9-24: QFN VCC-Versorgungsführung

Abbildung 6.9-25: BGA VCC-Versorgungsführung

Abbildung 6.9-25: BGA VCC-Versorgungsführung

Abbildung 6.9-26: QFN Leitungsführung von VBUS und VBAT

Abbildung 6.9-26: QFN Leitungsführung von VBUS und VBAT

Abbildung 6.9-27: BGA Leitungsführung von VBUS und VBAT

Abbildung 6.9-27: BGA Leitungsführung von VBUS und VBAT

Abbildung 6.9-28: QFN DCDC-Leitungsführung

Abbildung 6.9-28: QFN DCDC-Leitungsführung

Abbildung 6.9-29: BGA DCDC-Leitungsführung

Abbildung 6.9-29: BGA DCDC-Leitungsführung

Abbildung 6.9-30: Freihaltebereich für die Quarzplatzierung

Abbildung 6.9-30: Freihaltebereich für die Quarzplatzierung

Abbildung 6.9-31: 48-MHz-Quarz-Leitungsführungsmodell

Abbildung 6.9-31: 48-MHz-Quarz-Leitungsführungsmodell

Abbildung 6.9-32: 48-MHz-Quarz-Leitungsführungsreferenz

Abbildung 6.9-32: 48-MHz-Quarz-Leitungsführungsreferenz

Abbildung 6.9-33: 32,768-kHz-Quarz-Leitungsführungsmodell

Abbildung 6.9-33: 32,768-kHz-Quarz-Leitungsführungsmodell

Abbildung 6.9-34: 32,768-kHz-Quarz-Leitungsführungsreferenz

Abbildung 6.9-34: 32,768-kHz-Quarz-Leitungsführungsreferenz

Abbildung 6.9-35: Layout des RF-Anpassnetzwerks

Abbildung 6.9-35: Layout des RF-Anpassnetzwerks

Abbildung 6.9-36: Referenz für die RF-Signalführung

Abbildung 6.9-36: Referenz für die RF-Signalführung

Abbildung 6.9-37: Layout des Audio-Versorgungsfilters

Abbildung 6.9-37: Layout des Audio-Versorgungsfilters

Abbildung 6.9-38: Layout des analogen Audioeingangs

Abbildung 6.9-38: Layout des analogen Audioeingangs

Abbildung 6.9-39: Layout des analogen Audioausgangs

Abbildung 6.9-39: Layout des analogen Audioausgangs

Abbildung 6.9-40: SDIO-Leitungsführungsmodell

Abbildung 6.9-40: SDIO-Leitungsführungsmodell

Abbildung 6.9-41: SDIO-PCB-Leitungsführungsreferenz

Abbildung 6.9-41: SDIO-PCB-Leitungsführungsreferenz

Abbildung 6.9-42: USB-Bauteilplatzierungsreferenz

Abbildung 6.9-42: USB-Bauteilplatzierungsreferenz

Abbildung 6.9-43: USB-Leitungsführungsmodell

Abbildung 6.9-43: USB-Leitungsführungsmodell

Abbildung 6.9-44: USB-PCB-Leitungsführungsreferenz

Abbildung 6.9-44: USB-PCB-Leitungsführungsreferenz

Abbildung 6.9-45: Referenz zur Platzierung der Versorgungs-TVS

Abbildung 6.9-45: Referenz zur Platzierung der Versorgungs-TVS

Abbildung 6.9-46: Referenz zur Erdung der EOS-/TVS-Schutzbauteile

Abbildung 6.9-46: Referenz zur Erdung der EOS-/TVS-Schutzbauteile

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