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SF32LB58x-Hardware-Design-Leitfaden — Schaltplanrichtlinien

Teil des SF32LB58x-Hardware-Design-Leitfadens

Diese Seite behandelt Abschnitt 5, die Schaltplanrichtlinien. Beginnen Sie mit der Übersicht zum SF32LB58x-Hardware-Design-Leitfaden, um das Gerät auszuwählen und den gesamten Designablauf kennenzulernen. Lesen Sie anschließend die Schaltplan-Checkliste oder wechseln Sie direkt zu den PCB-Layout-Richtlinien.

5. Schaltplan-Design-Richtlinien

Dieses Kapitel folgt dem Schaltplan-Workflow für den SF32LB58x: Es beginnt mit dem Minimalsystem-Design und führt über Stromversorgung, Takterzeugung, RF, Benutzerschnittstellen, Speicher und Konnektivität bis zur Fertigung. Jeder Abschnitt erläutert zunächst das Designziel und fasst anschließend die Schaltungsanforderungen, typische Risiken und Prüfungen vor der Freigabe zusammen.

Tabelle 5-1: Schaltplan-Abschnittsübersicht
Gruppe Wesentliche Entscheidungen Nachweise für die Freigabe
Minimalsystem-Design Exakte Bauteilvariante und Gehäuse, Stromversorgung und Reset, Takte, Boot und Speicher, Debug und Wiederherstellung Erstprüfung für die Inbetriebnahme sowie Boot- und Wiederherstellungsplan
Stromversorgungssystem System-PMIC, Chip-PMU-Schienen, BUCK-Induktivitäten, LDO-Kondensatoren, Reset, Weckquellen für den Energiesparbetrieb Stromversorgungsbaum, PMIC-Einstellungen, Messungen der Versorgungsschienen, Prüfung von POR/BOR/Reset
Takterzeugung 48-MHz- und 32,768-kHz-Quarze Prüfung der Quarzspezifikationen, Plan der Anpasskondensatoren, Layout-Screenshots der Quarze
RF RF-Anpassung und Antennenpfad Impedanzplan, RF-Anpassnetzwerk, Antennen-Freihaltebereich, Layout-Screenshots
Benutzerschnittstellen Display, Touch/Hintergrundbeleuchtung, Audio, Tasten, Motor, PBR-Steuerung Schnittstellenschaltpläne, Pinzuweisungen, Einschaltsequenz, Prüfung der Analog- und Audioschaltungen
Speicher und Konnektivität Boot-Modus, MPI4, SD1/SD2, eMMC/SD NAND/SD-Karte, USB 2.0 HS Boot-Konfiguration, Stromversorgungskonzept für den Speicher, Nachweis der differentiellen und schnellen Signalführung
Fertigung SWD, UART-Debug-Ausgänge, Zugang für Produktionstests, Schaltplan-/PCB-Prüfliste Testpunktzeichnung, Wiederherstellungsweg, Plan für Programmierung und Kalibrierung in der Fertigung

5.1. Minimalsystem-Design

Behandeln Sie das Minimalsystem-Design als erstes Freigabekriterium der Schaltplanprüfung. Bevor produktspezifische Peripherie hinzukommt, müssen die genaue Bauteilvariante und das Gehäuse, die erforderlichen Versorgungsschienen und Takte, das Reset-Verhalten, Boot-Konfiguration und Speicher sowie ein praktikabler Debug- und Wiederherstellungspfad feststehen. Diese Entscheidungen bestimmen, ob sich die Platine zuverlässig einschalten, starten und in Betrieb nehmen lässt.

Tabelle 5.1-1: Prüfpunkte für das Minimalsystem-Design
Funktionsblock SF32LB58x-Prüfpunkt Detaillierte Hinweise
Bauteil und Gehäuse Exakte Teilenummer und Gehäuse bestätigen; prüfen, ob Pinbelegung und integrierte Speicherkonfiguration die geplanten Schnittstellen unterstützen. Varianten und Gehäuse
Stromversorgung Erforderliche PMU- und externe Versorgungsschienen, BUCK-Bauteile und lokale Entkopplungskondensatoren vorsehen. Stromversorgungssystem
Takte Den 48-MHz-Hauptquarz und den 32,768-kHz-RTC-Quarz vorsehen und die vorgegebenen Last- und Platzierungsbedingungen einhalten. Takterzeugung
Reset Die externe RC-Reset-Schaltung für RSTN auf die Spannungsdomäne PVDD1 beziehen. Einschaltsequenz und Reset
Boot-Modus Den Mode-Pin über einen 10-kΩ-Widerstand auf einen stabilen Pegel legen; Zugang für Produktionstests sowie auf Testplatinen einen Wiederherstellungs-Jumper vorsehen. Boot-Konfiguration
Boot-Speicher Eine unterstützte Speicherschnittstelle auswählen und Pinbelegung, I/O-Spannung und Versorgung auf den gewählten Baustein abstimmen. Speicher
Inbetriebnahmezugang Zugang zu SWD und den benötigten UART-Debugsignalen sowie die erforderlichen Versorgungs- und Massebezüge für den Debugger vorsehen. Debug- und Download-Schnittstelle
Energiesparverhalten Die erforderlichen Weckquellen und die externe Leistungssteuerung für die vorgesehenen Schlafmodi bestätigen. Betriebsmodi und Weckquellen

5.2. Stromversorgungssystem

5.2.1. Stromversorgung

Die SF32LB58x-Serie verfügt über eine integrierte PMU mit zwei BUCK-Ausgängen und drei LDO-Ausgängen. Für jeden BUCK-Ausgang sind eine externe Induktivität und ein Kondensator erforderlich; der Ausgang wird mit dem zugehörigen internen Versorgungseingang verbunden. Auch die LDO-Ausgänge benötigen externe Kondensatoren. Bei Smartwatch-Designs kann der SF32LB58x mit dem SiFli-PMIC SF30147C kombiniert werden, der sowohl den Chip als auch die Peripherie versorgt.

5.2.1.1. SiFli-PMIC-Stromverteilung

Der SF30147C ist ein hochintegrierter, effizienter Energiemanagement-Chip für Wearables mit sehr niedrigem Stromverbrauch. Er enthält vier LDOs mit einem breiten Ein- und Ausgangsspannungsbereich und jeweils bis zu 100 mA Laststrom. Außerdem bietet er sieben Lastschalter mit geringem Leckstrom und niedrigem Einschaltwiderstand: zwei Hochspannungsschalter für direkt aus der Akkuspannung versorgte Peripherie (zum Beispiel einen Audioverstärker) sowie fünf Niederspannungsschalter für 1,8-V-Peripherie. Der SF32LB58x steuert den SF30147C über ein TWI-Signal, das mit zwei GPIOs nachgebildet wird.

Tabelle 5.2-1: SF30147C-Stromverteilung
SF30147C-Stromversorgungspin Min. Spannung (V) Max. Spannung (V) Max. Strom (mA) Beschreibung
VBUCK 1,8 1,8 500 Versorgt die Schienen PVDD1, PVDD2, VDDIOA, VDDIOA2, VDDIOB, AVDD_BRF, AVDD18_DSI und weitere 1,8-V-Schienen des SF32LB58x
LVSW1 1,8 1,8 100 I2S-Class-K-PA-Logikversorgung
LVSW2 1,8 1,8 100 G-Sensor-1,8-V-Versorgung
LVSW3 1,8 1,8 150 Herzfrequenzsensor-1,8-V-Versorgung
LVSW4 1,8 1,8 150 LCD-1,8-V-Versorgung
LVSW5 1,8 1,8 150 eMMC-Kernversorgung
LDO1 2,8 3,3 100 Versorgt die Schienen AVDD33_USB, AVDD33_ANA, AVDD33_AUD, AVDDIOA2 und weitere 3,3-V-Schienen des SF32LB58x
LDO2 2,8 3,3 100 eMMC- oder SD-NAND-Versorgung
LDO3 2,8 3,3 100 LCD-3,3-V-Versorgung
LDO4 2,8 3,3 100 Herzfrequenzsensor-3,3-V-Versorgung
HVSW1 2,8 5 150 Versorgung des analogen Class-K-PA
HVSW2 2,8 5 150 GPS-Versorgung

Vollständige Details finden Sie im Datenblatt des SF30147C-Chips.

5.2.1.2. SF32LB58x-Stromversorgungsanforderungen

Die PMU-Versorgungsspezifikationen der SF32LB58x-Serie sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Tabelle 5.2-2: PMU-Versorgungsspezifikationen
PMU-Stromversorgungspin Min. Spannung (V) Typ. Spannung (V) Max. Spannung (V) Max. Strom (mA) Beschreibung
PVDD1 1,71 1,8 3,6 100 PVDD1-Stromversorgungseingang
PVDD2 1,71 1,8 3,6 50 PVDD2-Stromversorgungseingang
BUCK1_LX / BUCK1_FB - 1,25 - 100 Der Ausgang BUCK1_LX wird mit der Induktivität und dem internen Stromversorgungseingang 1 verbunden; das andere Ende der Induktivität ist mit einem externen Kondensator verbunden
BUCK2_LX / BUCK2_FB - 0,9 - 50 Der Ausgang BUCK2_LX wird mit der Induktivität und dem internen Stromversorgungseingang 2 verbunden; das andere Ende der Induktivität ist mit einem externen Kondensator verbunden
LDO_VOUT1 - 1,1 - 100 LDO-Ausgang, externer Kondensator erforderlich
VDD_RET - 0,9 - 1 RET-LDO-Ausgang, externer Kondensator erforderlich
VDD_RTC - 1,1 - 1 RTC-LDO-Ausgang, externer Kondensator erforderlich
MIC_BIAS 1,4 - 2,8 - Mikrofon-Stromversorgungsausgang

Weitere Pins, die extern versorgt werden müssen, sind nachfolgend aufgeführt.

Tabelle 5.2-3: Weitere Stromversorgungsspezifikationen
Weiterer Stromversorgungspin Min. Spannung (V) Typ. Spannung (V) Max. Spannung (V) Max. Strom (mA) Beschreibung
AVDD_BRF 1,71 1,8 3,3 1 RF-Stromversorgungseingang
AVDD18_DSI 1,71 1,8 2,5 20 MIPI-DSI-Stromversorgungseingang; bei Nichtnutzung unbeschaltet lassen
AVDD33_ANA 3,15 3,3 3,45 50 Analoge Stromversorgung + RF-PA-Stromversorgungseingang
AVDD33_AUD 3,15 3,3 3,45 50 Stromversorgungseingang für analoges Audio
AVDD33_USB 3,15 3,3 3,45 50 USB-Stromversorgungseingang
VDDIOA 1,71 1,8 3,45 - I/O-Stromversorgungseingang für PA12-PA93
VDDIOA2 1,71 1,8 3,45 - I/O-Stromversorgungseingang für PA0-PA11
VDDIOB 1,71 1,8 3,45 - PB-I/O-Stromversorgungseingang
VDDIOSA 1,71 1,8 1,98 - SIPA-Stromversorgungseingang
VDDIOSB 1,71 1,8 1,98 - SIPB-Stromversorgungseingang
VDDIOSC 1,71 1,8 1,98 - SIPC-Stromversorgungseingang
GPADC_VREFP - - - - GPADC-Referenzspannungseingang; nur Kondensator, keine externe Versorgung
AUD_VREF - - - - Audio-Referenzspannungseingang; nur Kondensator, keine externe Versorgung
Tabelle 5.2-4: Empfohlene Entkopplungskondensatoren
Stromversorgungspin Kondensator Beschreibung
PVDD1 0,1 µF + 10 µF Mindestens einen 10-µF- und einen 0,1-µF-Kondensator (insgesamt 2) nahe am Pin platzieren
PVDD2 0,1 µF + 10 µF Mindestens einen 10-µF- und einen 0,1-µF-Kondensator (insgesamt 2) nahe am Pin platzieren
BUCK1_LX / BUCK1_FB 0,1 µF + 4,7 µF Mindestens einen 4,7-µF- und einen 0,1-µF-Kondensator (insgesamt 2) nahe am Pin platzieren
BUCK2_LX / BUCK2_FB 0,1 µF + 4,7 µF Mindestens einen 4,7-µF- und einen 0,1-µF-Kondensator (insgesamt 2) nahe am Pin platzieren
LDO_VOUT1 4,7 µF Mindestens einen 4,7-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
VDD_RET 0,47 µF Mindestens einen 0,47-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
VDD_RTC 0,1 µF Mindestens einen 0,1-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
AVDD_BRF 1 µF Mindestens einen 1-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
AVDD18_DSI 4,7 µF Mindestens einen 4,7-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
AVDD33_ANA 1 µF Mindestens einen 1-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
AVDD33_AUD 4,7 µF Mindestens einen 4,7-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
AVDD33_USB 1 µF Mindestens einen 1-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
MIC_BIAS 1 µF Mindestens einen 1-µF-Kondensator nahe am Pin platzieren
VDDIOA / VDDIOA2 / VDDIOB 1 µF Mindestens einen 1-µF-Kondensator nahe an den Pins platzieren
VDDIOSA / VDDIOSB / VDDIOSC 1 µF Mindestens einen 1-µF-Kondensator nahe an den Pins platzieren
5.2.1.4. Auswahl der BUCK-Induktivität

Wichtige Parameter der Stromversorgungsinduktivität

L (Induktivität) = 4,7 µH, DCR (Gleichstromwiderstand) ≤ 0,4 Ω, Isat (Sättigungsstrom) ≥ 500 mA

5.2.1.5. Einschaltsequenz und Reset

Die SF32LB58x-Serie verfügt über integrierte POR- (Power-On Reset) und BOR-Funktionen (Brownout Reset) und unterstützt außerdem das externe Hardware-Reset-Signal RSTN.

RSTN sollte auf die PVDD1-Eingangsspannungsdomäne hochgezogen werden; ein 0,1-µF-Kondensator nach Masse bildet dabei einen RC-verzögerten Reset.

Abbildung 5.2-1: Ein- und Ausschaltsequenz

Abbildung 5.2-1: Ein- und Ausschaltsequenz

Abbildung 5.2-2: Reset-Schaltung

Abbildung 5.2-2: Reset-Schaltung
5.2.1.6. Typische Stromversorgungsschaltung

Die SF32LB58x-Serie kann ihre Versorgungsschienen über den SiFli-PMIC SF30147C speisen; die Zuordnung ist in Tabelle 5.2-1 aufgeführt. Zusätzlich sind im Chipgehäuse zwei BUCK- und drei LDO-Ausgänge integriert.

Abbildung 5.2-3: SF30147C-Stromversorgungsdiagramm

Abbildung 5.2-3: SF30147C-Stromversorgungsdiagramm

Abbildung 5.2-4: Eingebaute DC-DC-(BUCK-)Schaltung

Abbildung 5.2-4: Eingebaute DC-DC-(BUCK-)Schaltung

Abbildung 5.2-5: Eingebaute LDO-Schaltung

Abbildung 5.2-5: Eingebaute LDO-Schaltung
5.2.1.7. Checkliste Stromversorgungsdesign
  • Bestätigen Sie, dass der PVDD1-/PVDD2-Versorgungsbereich (1,71 V–3,6 V) des ausgewählten Modells zum tatsächlichen Stromversorgungskonzept passt.
  • Prüfen Sie, ob die BUCK-Induktivität 4,7 µH, DCR ≤ 0,4 Ω und Isat ≥ 500 mA erfüllt.
  • Prüfen Sie, ob die Entkopplungskondensatoren für PVDD1/PVDD2, BUCK1/2_LX/FB, LDO_VOUT1, VDD_RET und VDD_RTC den in diesem Abschnitt empfohlenen Werten entsprechen.
  • Prüfen Sie bei Verwendung des SF30147C, ob die Spannungs- und Stromzuordnung der sieben Lastschalter den Anforderungen der Peripherie entspricht.
  • Prüfen Sie, ob die RC-Verzögerung der RSTN-Reset-Schaltung die Reset-Zeitvorgaben des Geräts erfüllt.

5.2.2. Betriebsmodi und Weckquellen

Prüfen Sie die Energiesparstrategie gemeinsam mit den PBR-Funktionen, den weckfähigen Interrupts, den Speicherversorgungsschaltern, der Sensorversorgung und den Lastschaltern des externen PMIC.

Die SF32LB58x-Serie bietet sechs PBR-Schnittstellen mit folgenden wesentlichen Eigenschaften:

  1. PBR0 wechselt während des Einschaltens von 0 auf 1, nützlich zur Ansteuerung bestimmter externer LSWs; PBR1-PBR5 geben standardmäßig 0 aus;
  2. PBR0-PBR5 können sowohl im Standby- als auch im Hibernate-Modus als Ausgänge fungieren;
  3. PBR0-PBR5 können das LPTIM-Signal ausgeben;
  4. PBR0-PBR5 können ein 32-kHz-Taktsignal ausgeben;
  5. PBR0-PBR3 lassen sich als Eingänge für Wecksignale konfigurieren. Im aktiven Zustand empfängt die MCU darüber jedoch keinen Interrupt.

Alle GPIOs der SF32LB58x-Serie können in den Modi Light Sleep und Deep Sleep zum Aufwecken verwendet werden. In Standby und Hibernate stehen 16 als Weckquelle nutzbare Interruptquellen zur Verfügung: sechs an PA und zehn an PB.

Tabelle 5.2-5: Interruptquellen-Verbindungen
Interruptquelle I/O Beschreibung
WKUP_PIN0 PB54 Interruptsignal 0
WKUP_PIN1 PB55 Interruptsignal 1
WKUP_PIN2 PB56 Interruptsignal 2
WKUP_PIN3 PB57 Interruptsignal 3
WKUP_PIN4 PB58 Interruptsignal 4
WKUP_PIN5 PB59 Interruptsignal 5
WKUP_PIN6 PA64 Interruptsignal 6
WKUP_PIN7 PA65 Interruptsignal 7
WKUP_PIN8 PA66 Interruptsignal 8
WKUP_PIN9 PA67 Interruptsignal 9
WKUP_PIN10 PA68 Interruptsignal 10
WKUP_PIN11 PA69 Interruptsignal 11
WKUP_PIN12 PBR0 Interruptsignal 12
WKUP_PIN13 PBR1 Interruptsignal 13
WKUP_PIN14 PBR2 Interruptsignal 14
WKUP_PIN15 PBR3 Interruptsignal 15

Anzahl der Weckquellen laut Quelle zu bestätigen

Laut Quellentext gibt es 16 weckfähige Interruptquellen: 6 an PA und 10 an PB. Die Tabelle führt jedoch 6 PB-Pins, 6 PA-Pins und 4 PBR-Pins auf. Die Quelle erklärt nicht, ob PBR bei der Anzahl für PB mitgezählt wird. Klären Sie die Zuordnung mit SiFli, bevor Sie die angegebenen PA-/PB-Summen Ihrer Auslegung zugrunde legen.

5.3. Takterzeugung

Die SF32LB58x-Serie benötigt zwei externe Taktquellen: einen 48-MHz-Hauptquarz und einen 32,768-kHz-RTC-Quarz.

Tabelle 5.3-1: Anforderungen an die Quarzspezifikation
Quarz Spezifikation Beschreibung
48 MHz 7 pF ≤ CL ≤ 12 pF (empfohlen: 8,8 pF), ΔF/F0 ≤ ±10 ppm, ESR ≤ 30 Ω (empfohlen: 22 Ω) Die Leistungsaufnahme des Quarzes hängt von CL und ESR ab; kleinere Werte senken den Verbrauch. Sehen Sie nahe am Quarz Footprints für parallele Anpasskondensatoren vor; bei CL < 12 pF sind sie nicht erforderlich.
32,768 kHz CL ≤ 12,5 pF (empfohlen: 7 pF), ΔF/F0 ≤ ±20 ppm, ESR ≤ 80 kΩ (empfohlen: 38 kΩ) Die Leistungsaufnahme des Quarzes hängt von CL und ESR ab; kleinere Werte senken den Verbrauch. Sehen Sie nahe am Quarz Footprints für parallele Anpasskondensatoren vor; bei CL < 12,5 pF sind sie nicht erforderlich.
Tabelle 5.3-2: In der SiFli-AVL gelistete Quarzmodelle
Modell Hersteller Parameter
E1SB48E001G00E Hosonic F0 = 48,000000 MHz, ΔF/F0 = -6 ~ 8 ppm, CL = 8,8 pF, ESR ≤ 22 Ω Max, TOPR = -30 ~ 85 °C, Gehäuse 2016 (metrisch)
ETST00327000LE Hosonic F0 = 32,768 kHz, ΔF/F0 = -20 ~ 20 ppm, CL = 7 pF, ESR ≤ 70 kΩ Max, TOPR = -40 ~ 85 °C, Gehäuse 3215 (metrisch)
SX20Y048000B31T-8.8 TKD F0 = 48,000000 MHz, ΔF/F0 = -10 ~ 10 ppm, CL = 8,8 pF, ESR ≤ 40 Ω Max, TOPR = -20 ~ 75 °C, Gehäuse 2016 (metrisch)
SF32K32768D71T01 TKD F0 = 32,768 kHz, ΔF/F0 = -20 ~ 20 ppm, CL = 7 pF, ESR ≤ 70 kΩ Max, TOPR = -40 ~ 85 °C, Gehäuse 3215 (metrisch)

Note

Die allgemeine Empfehlung für den 48-MHz-Quarz nennt ESR ≤ 30 Ω (22 Ω empfohlen), während für das aufgeführte Modell SX20Y048000B31T-8.8 ESR ≤ 40 Ω angegeben ist. Die Quelle nennt beide Werte, erläutert den Unterschied jedoch nicht. Klären Sie vor dem Einsatz mit SiFli, ob dieses Modell geeignet ist. Der höhere ESR kann auch den statischen Stromverbrauch erhöhen. Entfernen Sie beim PCB-Layout die GND-Kupferfläche der zweiten Lage direkt unter dem Quarz, um die parasitäre Lastkapazität des Taktsignals zu verringern.

Weitere Angaben zu den gelisteten Bauteilen finden Sie in der SiFli-Liste freigegebener Lieferanten.

5.4. RF

Das RF-Frontend des SF32LB58x nutzt eine integrierte Breitband-Anpassfiltertechnik. Daher ist lediglich eine RF-Leiterbahn auf der PCB mit kontrollierter Impedanz von 50 Ω erforderlich. Für die Unterdrückung von Störsignalen und die Antennenanpassung sollte zusätzlich ein π-Anpassnetzwerk vorgesehen werden.

Abbildung 5.4-1: RF-Schaltbild

Abbildung 5.4-1: RF-Schaltbild

Hinweis

Die Komponentenwerte im Anpassnetzwerk müssen durch Tests an der tatsächlichen Antenne und dem PCB-Layout ermittelt werden.

5.5. Benutzerschnittstellen

5.5.1. Display

5.5.1.1. MIPI-DSI-Display-Schnittstelle

Die SF32LB58x-Serie unterstützt eine MIPI-DSI-Display-Schnittstelle mit zwei Lanes.

Tabelle 5.5-1: MIPI-DSI-Signalverbindungen
MIPI-DSI-Signal I/O Beschreibung
CLKP DSI_CLKP MIPI-Taktsignal +
CLKN DSI_CLKN MIPI-Taktsignal -
D0P DSI_D0P MIPI-Datenleitung 0 +
D0N DSI_D0N MIPI-Datenleitung 0 -
D1P DSI_D1P MIPI-Datenleitung 1 +
D1N DSI_D1N MIPI-Datenleitung 1 -
- AVDD18_DSI MIPI-Stromversorgungseingang
- DSI_REXT Externer 10-kΩ-Widerstand gegen Masse
- AVSS_DSI Masse
TE PB2 Tearing-Effect-Signal zur Synchronisierung der Bildausgabe mit der MCU
RESET PB5 Display-Reset-Signal
5.5.1.2. SPI-/QSPI-Display-Schnittstelle

Die SF32LB58x-Serie unterstützt 3- und 4-Draht-SPI sowie Quad-SPI zum Anschluss eines LCD-Panels. HCPU verwendet LCDC1 an PA, LCPU verwendet LCDC2 an PB.

Tabelle 5.5-2: SPI-/QSPI-Signalverbindungen
SPI-Signal I/O (LCDC1) I/O (LCDC2) Beschreibung
CSX PA44 PB08 Chip-Enable
WRX_SCL PA46 PB10 Taktsignal
DCX PA48 PB03 Daten-/Befehlssignal im 4-Draht-SPI-Modus; Daten 1 im Quad-SPI-Modus
SDI_RDX PA50 PB09 Dateneingang im 3- oder 4-Draht-SPI-Modus; Datenleitung 0 im Quad-SPI-Modus
SDO PA50 PB09 Datenausgang im 3- oder 4-Draht-SPI-Modus; mit SDI_RDX verbinden
D[0] PA47 PB04 Daten 2 im Quad-SPI-Modus
D[1] PA45 PB06 Daten 3 im Quad-SPI-Modus
REST PA74 PB05 Display-Reset-Signal
TE PA43 PB02 Tearing-Effect-Signal zur Synchronisierung der Bildausgabe mit der MCU
5.5.1.3. MCU8080-Display-Schnittstelle

Die SF32LB58x-Serie unterstützt eine MCU8080-Schnittstelle zum Anschluss eines LCD-Panels.

Tabelle 5.5-3: MCU8080-Signalverbindungen
MCU8080-Signal I/O Beschreibung
CSX PA44 Chip-Select
WRX PA46 Schreibstrobe-Signal für Schreibdaten
DCX PA48 Display-Daten-/Befehlsauswahl
RDX PA50 Lesestrobe-Signal
D[0] PA47 Daten 0
D[1] PA45 Daten 1
D[2] PA26 Daten 2
D[3] PA27 Daten 3
D[4] PA42 Daten 4
D[5] PA51 Daten 5
D[6] PA52 Daten 6
D[7] PA58 Daten 7
REST PA24 Reset
TE PA43 Tearing-Effect-Signal zur Synchronisierung der Bildausgabe mit der MCU

Beschreibung des RDX-Signals

Die Quelle bezeichnet RDX als „Lesestrobe-Signal für Schreibdaten“; das ist in sich widersprüchlich. In der Tabelle ist RDX als „Lesestrobe-Signal“ aufgeführt. Klären Sie die vorgesehene Funktion vor der Freigabe mit SiFli.

5.5.1.4. DPI-Display-Schnittstelle

Die SF32LB58x-Serie unterstützt eine DPI-Schnittstelle zum Anschluss eines LCD-Panels.

Tabelle 5.5-4: DPI-Signalverbindungen
DPI-Signal I/O Beschreibung
CLK PA12 Taktsignal
DE PA13 Daten-Enable-Signal
HSYNC PA14 Horizontales Sync-Signal
VSYNC PA15 Vertikales Sync-Signal
SD PA18 Display-Shutdown-Steuerung
CM PA19 Schaltet zwischen „Normal Color“ (normale Farbdarstellung) und „Reduced Color mode“ (reduzierte Farbdarstellung) um
R0-R7 PA22/PA23/PA24/PA25/PA26/PA27/PA43/PA44 Pixeldaten (Rot R0-R7)
G0-G7 PA45/PA46/PA47/PA48/PA50/PA53/PA54/PA55 Pixeldaten (Grün G0-G7)
B0-B7 PA56/PA57/PA58/PA61/PA62/PA63/PA65/PA67 Pixeldaten (Blau B0-B7)
5.5.1.5. JDI-Display-Schnittstelle

Die SF32LB58x-Serie unterstützt sowohl parallele als auch serielle JDI-Schnittstellen zum Anschluss eines LCD-Panels, gemultiplext entweder auf LCDC1-(PA)- oder LCDC2-(PB)-Signale — LCDC2 (PB) wird empfohlen.

Tabelle 5.5-5: Parallele JDI-Signalverbindungen
JDI-Signal I/O (LCDC1) I/O (LCDC2) Beschreibung
JDI_VCK PA19 PB15 Schiebetakt für den vertikalen Treiber
JDI_VST PA22 PB19 Startsignal für den vertikalen Treiber
JDI_XRST PA25 PB16 Reset-Signal für den horizontalen und vertikalen Treiber
JDI_HCK PA43 PB05 Schiebetakt für den horizontalen Treiber
JDI_HST PA44 PB10 Startsignal für den horizontalen Treiber
JDI_ENB PA45 PB12 Write-Enable-Signal für den Pixelspeicher
JDI_R1 PA46 PB09 Rote Bilddaten (ungerade Pixel)
JDI_R2 PA47 PB06 Rote Bilddaten (gerade Pixel)
JDI_G1 PA48 PB08 Grüne Bilddaten (ungerade Pixel)
JDI_G2 PA50 PB04 Grüne Bilddaten (gerade Pixel)
JDI_B1 PA65 PB02 Blaue Bilddaten (ungerade Pixel)
JDI_B2 PA67 PB03 Blaue Bilddaten (gerade Pixel)
JDI_XFRP PBR1 PBR1 Flüssigkristall-Ansteuersignal („Ein“-Pixel)
JDI_VCOM/FRP PBR2 PBR2 Ansteuersignal der gemeinsamen Elektrode / Flüssigkristall-Ansteuersignal („Aus“-Pixel)
Tabelle 5.5-6: Serielle JDI-Signalverbindungen
JDI-Signal I/O (LCDC1) I/O (LCDC2) Beschreibung
JDI_SCS PA82 PB03 Chip-Select-Signal
JDI_SCLK PA84 PB02 Serielles Taktsignal
JDI_SO PA86 PB06 Serielles Datenausgangssignal
JDI_DISP PA90 PB04 Display-EIN-/AUS-Umschaltsignal
JDI_EXTCOMIN PA91 PB05 COM-Inversionspolaritätseingang

5.5.2. Touchscreen und Hintergrundbeleuchtung

Die SF32LB58x-Serie unterstützt eine I2C-Schnittstelle für den Touch-Controller und einen Interrupt-Eingang für den Touch-Status. Ein PWM-Signal steuert die Aktivierung und Helligkeit des Hintergrundbeleuchtungstreibers.

Tabelle 5.5-7: Verbindungen für Touch und Hintergrundbeleuchtung
Touch-/Hintergrundbeleuchtungs-Signal I/O Beschreibung
Interrupt PA69 Touch-Status-Interrupt (weckfähig)
I2C1_SCL PA17 Touch-Panel-I2C-Takt
I2C1_SDA PA16 Touch-Panel-I2C-Daten
BL_PWM PB44 PWM-Steuersignal für Hintergrundbeleuchtung
Reset PA15 Reset-Signal des Touch-Controllers
Versorgungsfreigabe PA12 Freigabesignal für die Stromversorgung des Touch-Panels

5.5.3. Audio

Die SF32LB58x-Serie stellt verschiedene audiobezogene Schnittstellen mit folgenden Eigenschaften bereit:

  1. Die SF32LB58x-Serie bietet drei I2S-Schnittstellen. I2S1 unterstützt nur den Eingang, während I2S2 und I2S3 Ein- und Ausgabe unterstützen. Alle drei arbeiten ausschließlich im Master-Modus; der Slave-Modus wird nicht unterstützt.
  2. Für einen I2S-Mikrofoneingang wird I2S1 empfohlen.
  3. Für einen Audio-DAC wird I2S2 empfohlen.
  4. Für einen Audio-Codec wird I2S3 empfohlen.
  5. Es stehen zwei PDM-Eingangsschnittstellen für digitale Mikrofone zur Verfügung. An jede PDM-Schnittstelle lassen sich bis zu zwei digitale Mikrofone anschließen; die Zahl der Schnittstellen ist daher nicht mit der Mikrofonzahl gleichzusetzen.
  6. Es werden zwei analoge Mikrofoneingänge unterstützt. Jeder Eingang benötigt einen in Reihe geschalteten Koppelkondensator von mindestens 2,2 µF; MIC_BIAS des SF32LB58x versorgt die analogen Mikrofone.
  7. Ein externer analoger Audio-Leistungsverstärker kann angeschlossen werden. Führen Sie die P/N-Leiterbahnen jedes DAC-Kanals als Differenzpaar und versehen Sie sie mit einer geeigneten, an Masse angeschlossenen Abschirmung. Halten Sie die parasitäre Kapazität unter 10 pF. Die Quelle nennt widersprüchliche Grenzwerte für die Leiterbahnlänge; beachten Sie den folgenden Hinweis.
  8. Analoge Stereo-Kopfhörer können angeschlossen werden.

Widersprüchliche DAC-Leiterbahnlängen in der Quelle

Der Hardware-Anwendungshinweis von SiFli nennt zwei unterschiedliche Grenzwerte für die DAC-Leiterbahnlänge: In der Audioübersicht steht <2 cm, im ausführlichen Abschnitt zur DAC-Leiterbahnführung auf der Leiterplatte <2 mm. Die Quelle erklärt diesen Unterschied nicht. Klären Sie vor Abschluss des PCB-Layouts mit SiFli, welcher Grenzwert gilt; nehmen Sie nicht an, dass ein Wert den anderen ersetzt.

Abbildung 5.5-1: Differentielle analoge Audioeingangsschaltung

Abbildung 5.5-1: Differentielle analoge Audioeingangsschaltung

Abbildung 5.5-2: Unsymmetrische analoge Audioeingangsschaltung

Abbildung 5.5-2: Unsymmetrische analoge Audioeingangsschaltung

Abbildung 5.5-3: Analoge Audioausgangsschaltung

Abbildung 5.5-3: Analoge Audioausgangsschaltung

Abbildung 5.5-4: Analoge MIC-Schaltung

Abbildung 5.5-4: Analoge MIC-Schaltung

Abbildung 5.5-5: Stereo-Kopfhörer-Schaltung

Abbildung 5.5-5: Stereo-Kopfhörer-Schaltung

Abbildung 5.5-6: Analoge Audio-PA-Schaltung

Abbildung 5.5-6: Analoge Audio-PA-Schaltung

Abbildung 5.5-7: I2S-Audio-PA-Schaltung

Abbildung 5.5-7: I2S-Audio-PA-Schaltung
Tabelle 5.5-8: Audiosignalverbindungen
Audiosignal I/O Beschreibung
I2S1_LRCK PA14 I2S1-Frame-Takt
I2S1_SDI PA18 I2S1-Dateneingang
I2S1_BCK PA23 I2S1-Bit-Takt
I2S2_LRCK PA84 I2S2-Frame-Takt
I2S2_SDI PA86 I2S2-Dateneingang
I2S2_SDO PA82 I2S2-Datenausgang
I2S2_BCK PA91 I2S2-Bit-Takt
I2S3_LRCK PB31 I2S3-Frame-Takt
I2S3_SDI PB27 I2S3-Dateneingang
I2S3_SDO PB24 I2S3-Datenausgang
I2S3_BCK PB30 I2S3-Bit-Takt
I2S3_MCLK PB34 I2S3-Master-Takt
PDM1_CLK PA23 PDM1-Takt
PDM1_DATA PA18 PDM1-Daten
PDM2_CLK PA25 PDM2-Takt
PDM2_DATA PA22 PDM2-Daten
AU_ADC1P/AU_ADC1N ADC1P/ADC1N Analoger Eingang 1P/1N
AU_ADC2P/AU_ADC2N ADC2P/ADC2N Analoger Eingang 2P/2N
AU_DAC1P/AU_DAC1N DAC1P/DAC1N Analoger Ausgang 1P/1N
AU_DAC2P/AU_DAC2N DAC2P/DAC2N Analoger Ausgang 2P/2N

Hinweis zum Pin-Multiplexing

I2S1_SDI und PDM1_DATA nutzen gemeinsam PA18; I2S1_BCK und PDM1_CLK teilen sich PA23. I2S1_LRCK liegt an PA14, PDM2_DATA an PA22. Prüfen Sie vor der Freigabe des Schaltplans in der Softwarekonfiguration, welche Audiofunktionen tatsächlich verwendet werden.

Der analoge MIC-Eingang des SF32LB58x unterstützt sowohl Single-Ended- als auch Differenzbetrieb. In beiden Fällen ist ein 2,2-µF-Kondensator in Reihe erforderlich. AU_ADC1P/AU_ADC1N/AU_ADC2P/AU_ADC2N werden auf der SF32LB58x-Seite angeschlossen. Die analogen Ausgänge AU_DAC1P/AU_DAC1N/AU_DAC2P/AU_DAC2N können den Eingang eines Stereo-Kopfhörerverstärkers oder eines externen analogen Audioverstärkers ansteuern. Sowohl der analoge Audio-PA als auch der I2S-Audio-PA werden über I2C3 konfiguriert.

5.5.4. Tasten

5.5.4.1. Ein-/Ausschalttaste mit Langdruck-Reset

PB54 wird als Ein-/Ausschaltsignal für die SF32LB58x-Serie empfohlen. Über eine Taste lassen sich das Ein- und Ausschalten per kurzem Druck sowie ein Reset durch langes Drücken auslösen. Das Signal ist high-aktiv; wird die Taste länger als 10 Sekunden gedrückt, setzt sich der Chip automatisch zurück.

Abbildung 5.5-8: Schaltung für Ein-/Ausschalt- und Reset-Taste

Abbildung 5.5-8: Schaltung für Ein-/Ausschalt- und Reset-Taste
5.5.4.2. Funktionstaste oder Drehgeber

Die SF32LB58x-Serie unterstützt Eingänge für Funktionstasten und Drehgeber; beide benötigen Pull-up-Widerstände. Außerdem wird ein optischer Tracking-Sensor unterstützt, für den die I2C4-Schnittstelle empfohlen wird.

Abbildung 5.5-9: Funktionstasten-/Drehgeberschaltung

Abbildung 5.5-9: Funktionstasten-/Drehgeberschaltung
Tabelle 5.5-9: Signale des optischen Tracking-Sensors
I2C-Signal I/O Beschreibung
INT PA58 Interrupt-Eingang des optischen Tracking-Sensors
SDA PA59 I2C-Datenleitung des optischen Tracking-Sensors
SCL PA60 I2C-Taktleitung des optischen Tracking-Sensors

5.5.5. Vibrationsmotor

Die SF32LB58x-Serie unterstützt mehrere PWM-Ausgänge, die einen Vibrationsmotor ansteuern können.

Important

Wenn die Software das HCPU-Frequenzskalierungsmakro #define BSP_PM_FREQ_SCALING 1 aktiviert, sinkt der HCPU-Takt beim Eintritt in den Idle-Thread. Dadurch ändert sich auch die PWM-Frequenz an den entsprechenden PA-Pins. Das PWM-Signal sollte deshalb über einen PB-Pin ausgegeben werden.

Abbildung 5.5-10: Schaltung für den Vibrationsmotor

Abbildung 5.5-10: Schaltung für den Vibrationsmotor

5.6. Speicher und Konnektivität

5.6.1. Boot-Konfiguration

Die SF32LB58x-Serie besitzt einen Mode-Pin zur Auswahl des Boot-Modus.

Tabelle 5.6-1: Mode-Konfiguration
Mode-Einstellung Beschreibung
High Wechselt nach dem Einschalten in den Download-Modus
Low Startet nach dem Einschalten die Benutzeranwendung

Hinweise

  1. Die Spannungsdomäne des Mode-Pins entspricht der von VDDIOA;
  2. Verbinden Sie Mode über einen 10-kΩ-Widerstand mit der Versorgung oder GND, damit der Pegel stabil bleibt. Der Pin darf weder offen bleiben noch zwischen den Pegeln wechseln;
  3. Ein Testpunkt für den Mode-Pin muss auf Produktionsplatinen für Firmware-Download und Quarzkalibrierung reserviert werden; ein Jumper ist nicht erforderlich;
  4. Auf Testplatinen wird empfohlen, einen Jumper für den Mode-Pin zu reservieren, damit die Platine nach einem Firmware-Absturz im Download-Modus gestartet werden kann.

5.6.2. Speicher

Die SF32LB58x-Serie unterstützt MPI3 oder MPI4 für externe NOR- und SPI-NAND-Flash sowie SD1 für externe SD-NAND-Flash und eMMC.

5.6.2.1. QSPI-NAND-Flash-Schnittstelle

Das SF32LB58x-EVB-Referenzboard verwendet standardmäßig MPI4 für den Anschluss eines externen SPI-NAND-Flash-Bausteins.

Abbildung 5.6-1: SPI-NAND-Flash-Referenzschaltung

Abbildung 5.6-1: SPI-NAND-Flash-Referenzschaltung
Tabelle 5.6-2: MPI4-Signalverbindungen
Flash-Signal I/O-Signal (MPI4) Beschreibung
CS# PA10 Chip-Select, low-aktiv
SO PA04 Dateneingang (Daten-Ein-/Ausgang 1)
WP# PA01 Schreibschutz-Ausgang (Daten-Ein-/Ausgang 2)
SI PA05 Datenausgang (Daten-Ein-/Ausgang 0)
SCLK PA09 Serieller Taktausgang
Hold# PA06 Datenausgang (Daten-Ein-/Ausgang 3)

Hinweise

  1. Wenn die Fertigungslinie Firmware in den externen Flash programmieren muss, muss die Download-Software den Versorgungssteuerpin PA43 auf High setzen, um die Stromversorgung des Flashs einzuschalten.
  2. Der Hold#-Pin des SPI-NAND-Flash muss über einen 10-kΩ-Widerstand auf die SPI-NAND-Flash-Versorgung hochgezogen werden.
5.6.2.2. SDIO-eMMC-/Micro-SD-Schnittstelle

Die SF32LB58x-Serie unterstützt zwei SDIO-Schnittstellen. Auf dem EVB ist SD1 standardmäßig mit eMMC oder SD NAND verbunden; SD2 ist mit einer SD-Karte oder einem WLAN-Chip verbunden.

SD1 nutzt 12 GPIOs (PA00–PA11), die über die VDDIOA2-Domäne versorgt werden. Je nach Schnittstellenpegel der Peripherie ist eine Versorgung mit 1,8 V oder 3,3 V möglich. Für SPI-NAND-Flash und eMMC werden 1,8 V empfohlen. SD-NAND-Flash-Bausteine unterstützen nur 3,3-V-Schnittstellenpegel; in diesem Fall muss VDDIOA2 auf 3,3 V eingestellt werden.

Abbildung 5.6-2: eMMC-Referenzschaltung

Abbildung 5.6-2: eMMC-Referenzschaltung

Abbildung 5.6-3: SD-NAND-Referenzschaltung

Abbildung 5.6-3: SD-NAND-Referenzschaltung

Abbildung 5.6-4: SD-Karten-Referenzschaltung

Abbildung 5.6-4: SD-Karten-Referenzschaltung
Tabelle 5.6-3: SD1-Signalverbindungen
SD1-Signal I/O-Signal Beschreibung
SD1_D7 PA00 Daten 7
SD1_D2 PA01 Daten 6
SD1_D5 PA03 Daten 5
SD1_D1 PA04 Daten 1
SD1_D0 PA05 Daten 0
SD1_D3 PA06 Daten 3
SD1_D4 PA07 Daten 4
SD1_D6 PA08 Daten 6
SD1_CLK PA09 Taktsignal
SD1_CMD PA10 Befehlssignal

Prüfung der SD1-Bezeichnung

Die Quelle gibt an, dass SD1 12 GPIOs (PA00–PA11) verwendet, ihre Signaltabelle führt jedoch nur 10 Signale auf (SD1_D[7:0], CLK und CMD). Außerdem sind in der Tabelle sowohl SD1_D2 als auch SD1_D6 mit „Daten 6“ beschrieben. Die Quelle erklärt weder die zwei nicht aufgeführten GPIOs noch die doppelte Bezeichnung. Prüfen Sie die vollständige SD1-Pinbelegung vor Abschluss des Schaltplans anhand des Chip-Datenblatts.

Tabelle 5.6-4: SD2-Signalverbindungen
SD2-Signal I/O-Signal Beschreibung
SD2_CMD PA70 Befehlssignal
SD2_D1 PA75 Daten 1
SD2_D0 PA76 Daten 0
SD2_CLK PA77 Taktsignal
SD2_D2 PA79 Daten 2
SD2_D3 PA81 Daten 3

5.6.3. USB

Der USB der SF32LB58x-Serie unterstützt USB 2.0 HS im Host- und Device-Modus. Sehen Sie für USB DP und DM jeweils einen TVS-Schutz gegen Masse vor, mit einer TVS-Sperrschichtkapazität unter 5 pF. Führen Sie die DP/DM-Leiterbahnen auf der PCB als Differenzpaar mit einer Impedanz von 90 Ω.

Abbildung 5.6-5: USB-Schnittstellenschaltung

Abbildung 5.6-5: USB-Schnittstellenschaltung

5.7. Fertigung

5.7.1. Debug- und Download-Schnittstelle

Die SF32LB58x-Serie unterstützt die Arm®-Standard-SWD-Debug-Schnittstelle zur Verbindung mit EDA-Tools für Einzelschritt-Debugging. Beim Anschluss einer SEGGER®-J-Link®-Sonde muss deren Versorgung auf „extern“ umkonfiguriert werden, sodass sie von der SF32LB58x-Platine selbst gespeist wird.

Abbildung 5.7-1: SWD-Debug-Schnittstellenschaltung

Abbildung 5.7-1: SWD-Debug-Schnittstellenschaltung

Der SF32LB58x bietet eine SWD-Schnittstelle sowie sechs wählbare UART-Schnittstellen für die Debug-Ausgabe.

Tabelle 5.7-1: Debug-Port-Verbindungen
UART-Signal I/O Beschreibung
TXD1 PA31 UART1 RXD, HCPU-Standard-Print-Port
RXD1 PA32 UART1 TXD, HCPU-Standard-Print-Port
TXD2 PA28 UART2 RXD
RXD2 PA29 UART2 TXD
TXD3 PA21 UART3 RXD
RXD3 PA20 UART3 TXD
TXD4 PB37 UART4 RXD, LCPU-Standard-Print-Port
RXD4 PB36 UART4 TXD, LCPU-Standard-Print-Port
TXD5 PB18 UART5 RXD
RXD5 PB17 UART5 TXD
TXD6 PB14 UART6 RXD
RXD6 PB13 UART6 TXD
SWCLK PB07 J-Link-Taktsignal
SWDIO PB11 J-Link-Datensignal

Hinweis

UARTx-RXD-Signale dürfen nicht offen bleiben. Aktivieren Sie während der Softwareinitialisierung den internen Pull-up.

5.7.2. Produktionsprogrammierung und Hardware-Zugang

Planen Sie den Zugang für Programmierung, Wiederherstellung und Kalibrierung in der Fertigung, bevor Gehäuse und Prüfadapter festgelegt werden. Erhalten Sie mindestens den Zugang zu Stromversorgung, Masse, SWD, erforderlichen UART-Debug-Ausgängen und Boot-/Konfigurationspins. Sehen Sie außerdem die erforderlichen Reset- oder PMIC-Steuerpunkte auf der Platine vor, damit sich ein Gerät mit nicht startender Firmware wiederherstellen lässt.

5.7.3. Schaltplan- und PCB-Zeichnungs-Checklisten

  • Prüfen Sie, ob die Stromversorgung (direkt über die integrierte PMU oder mit SF30147C) dem Leistungsbudget des Systems entspricht.
  • Prüfen Sie, ob der Mode-Pin zur Boot-Konfiguration einen externen 10-kΩ-Widerstand besitzt und auf Produktionsplatinen ein Testpunkt vorgesehen ist.
  • Prüfen Sie, ob die Spezifikationen des 48-MHz-/32,768-kHz-Quarzes den Empfehlungen entsprechen und die GND-Fläche der Lage 2 unter dem Quarz entfernt wurde.
  • Prüfen Sie, ob die Auswahl der Speicherschnittstelle (MPI4/SD1/SD2) der Boot-Konfiguration entspricht und der PA43-Steuerpin für die Stromversorgung des externen Flashs bestätigt ist.
  • Prüfen Sie, ob die Auswahl der Display-Schnittstelle (MIPI-DSI/SPI-QSPI/MCU8080/DPI/JDI) der LCDC1-/LCDC2-Pinzuweisung entspricht.
  • Prüfen Sie, ob die Pins des Debug-Ports (SWD + 6× UART) bedarfsgerecht zugewiesen und die internen Pull-ups für UART-RXD aktiviert sind.
  • Prüfen Sie, ob das Multiplexing von I2S/PDM und analogem Audio verifiziert wurde und das Budget für Differenzleiterbahnen eingehalten ist.
  • Prüfen Sie, ob USB DP und DM jeweils mit TVS-Dioden gegen Masse geschützt sind und die Sperrschichtkapazität unter 5 pF liegt.

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